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Methode
 
Telefoninterviews
N=1250 Einwohner/innen in CH
650 D-CH, 300 F-CH, 300 I-CH
15 Jahre+
30-minütiges Interview
Anfang April bis Mitte Mai 2006
 
Als Fortsetzung des europäischen Future Patient Projektes hat das Schweizer Forschungsteam ein Befragungsinstrument entwickelt, um bei Bürger/innen und Patient/innen die Schlüsselkompetenzen für Gesundheit zu messen. Während in der internationalen Literatur verschiedene Definitionen zu Gesundheitskompetenz bestehen, gibt es bis heute keine Instrumente, welche Bürger- und Patienten-bezogene Kompetenzen messen, mit Ausnahme von Instrumenten, welche die Lesefähigkeit in Bezug auf Gesundheit ermitteln.
 
Das Konzept der Gesundheitskompetenz ist im Rahmen des Future Patient Projektes nun zum ersten Mal operationalisiert worden. Dabei werden die Kompetenzen der Bevölkerung in den Bereichen Wissen, Haltung, Werte sowie Verhaltenskompetenzen in Bezug auf ihre Gesundheit gemessen, was im Schweizer Kontext drei kulturell und sprachlich unterschiedliche Regionen sowie eine grosse Migrantenpopulation einschliesst.
 
Um ein adäquates Befragungsinstrument zu entwickeln, wurde die internationale Literatur zu Gesundheitskompetenz und patienten-bezogenen Konzepten wie Selbstmanagement, Patienten-Empowerment (Patientenbefähigung), Patientenschulung und gemeinsame medizinische Entscheidungsfindung gesammelt. Essentiell ist dabei, dass all diese Konzepte Handlungskompetenzen beinhalten, welche Auswirkungen auf die Gesundheit haben, wie zum Beispiel kognitive, motivationale und soziale Kompetenzen. Zusätzlich wurde auch das vorhandene Material zur Kompetenz von Erwachsenen im täglichen Leben und zur Bürgerbeteiligung gesammelt, inklusive Literatur zu spezifischen Kompetenzen in Bereichen wie Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Wissenschaft. Auf Basis dieser Literaturübersicht konnten 30 Kompetenzen identifiziert werden. Anhand von 60 Indikatoren wurden diese Kompetenzen operationalisiert und mittels über 500 einzelnen Fragestellungen gemessen.
 
Der Fragebogen wurde schliesslich auf 200 Fragen kondensiert, in die deutsche, französische und italienische Sprache übersetzt sowie in einem professionellen CATI Labor einem Pretest unterzogen.
 
Die endgültige Version des Fragebogens enthielt 150 Fragen entsprechend einer Interviewdauer von 30 Minuten. Von April bis Mitte Mai 2006 konnten an einer repräsentativen Stichprobe der über 15 Jahre alten schweizerischen Wohnbevölkerung gesamthaft 1250 telefonische Interviews durchgeführt werden. Es waren dies 650 Interviews in der deutschen Schweiz, 300 in der französischen Schweiz sowie 300 in der italienischen Schweiz.
 
Die Stichproben der französisch- und italienischsprachigen Regionen sind absichtlich grösser gezogen, um aussagekräftigere regionale Vergleiche zu ermöglichen wie auch spezifische Analysen für jede Region.